Warum Tübingen?

Die GFG hat sich auf die Universitäts- und Kreisstadt Tübingen konzentriert, der größten Stadt des Landkreises Tübingen und mit Reutlingen eines der 14 Oberzentren des Landes. Baden-Württemberg liegt im Bürgerengagement an der Spitze und ist das Mitmachland Nr.1 in Deutschland. 42 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger sind ehrenamtlich oder bürgerschaftlich engagiert, mehr als in jedem anderen Bundesland. „Das ist Teil unserer Mentalität. Wir warten nicht, wir packen an. Darauf können wir stolz sein“, sagte Ministerpräsident Günther Oettinger 2006 in der Fernsehgala zur Vergabe der „Echt gut!“-Trophähe für Ehrenamt in Ludwigsburg.

In der Stadt der kurzen Wege und der großen Gedanken haben sich schon Hölderlin, Hegel und Schelling eine Stube geteilt. Im Tübinger Stift, der berühmten ‚Pflanzschule deutschen Geistes’, haben sie ihr Bier in Eintracht und Widerspruch des Geistes getrunken. Tübingen hat keine, sondern ist eine Universität, ein Universitätsdorf, wie schon Goethe sagte. Die höchste Studentendichte, der niedrigste Altersdurchschnitt, die höchste Lebensqualität aller deutschen Städte, aber alles andere als eine Idylle. Denn die Probleme Tübingens sind die einer Großstadt:

Von 1991 bis 2006 ist die Anzahl der Verwarnungen und Bußgelder von 83.020 auf unglaubliche 150.412 angewachsen, das ist eine Fast-Verdoppelung in 15 Jahren. Im Bereich Straßenverkehr (StVO) verdoppelte sich die Zahl der Delikte wahnsinnige 148.888. Es wurden 1991 keine, aber 2006 565 Fahrverbote ausgesprochen. Im Krisenbereich Hundehaltung vervielfachten sich die Straftaten um mehr als 700 Prozent. Bedrohlich auch Verstöße gegen das Waffenrecht und das Sprengstoffgesetz – diese sind um mehr als das Dreifache gestiegen. So ist es nicht verwunderlich, wenn die Bußgeldeinnahmen der Stadt sich innerhalb von 15 Jahren von 1,2 auf 2,6 Mio. Euro mehr als verdoppelten.

Die Straftaten (Diebstähle, Gewaltdelikte, Rauschgiftkriminalität, Straßenkriminalität) sind von 2000 bis 2006 auf 5.391 gestiegen. Davon waren 572 Ausländerdelikte und 605 Jungtäterstraftaten. Nicht zu reden von der Dunkelziffer, die natürlich höher liegt und davon, dass nur die Hälfte aller Straftaten aufgeklärt wurden. Das bedeutet, kriminelle Bürger, potentielle Wiederholungstäter, leben mitten unter uns. Hier sieht die GFG ihren Handlungsbedarf.
Das Gewaltmonopol liegt dabei selbstverständlich beim Staat, da wir schwere Vergehen wie Raub oder selbst Kapitalverbrechen sofort bei der Polizei anzeigen.

Alle „kleinen Fische“ – wie Schwarzfahren oder Vergehen, die überhaupt nicht verfolgt werden (wie den Hund auf die Strasse scheißen zu lassen) und die wir als Gesetzeslücke betrachten – sind unser Aufgabengebiet. Wir bewegen uns damit in einer Grauzone, in der es zwei Dinge gegeneinander abzuwägen gilt: Die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit der Allgemeinheit – wir haben uns für die Freiheit der Allgemeinheit entschieden!